Die Legende zum chinesischen Mondfest

Immer am 15. Tag des 8. Monats des chinesischen Mondkalenders, dieses Jahr am 19. September, wird in China das Mittherbstfest, auch Mondfest gennant, gefeiert. An diesem Tag ist Vollmond und die Menschen feiern ein großes Fest, um den Mond zu ehren und ihm für die reiche Ernte zu danken. Meist wird das Mittherbstfest im Kreis der Familie gefeiert. Man sitzt im Mondschein zusammen, isst Mondkuchen und erzählt sich alte Mythen über den Mond. Eine der bekanntesten ist die Legende „Chang’e fliegt zum Mond“.

Es gibt verschiedene Versionen der Legende, doch alle drehen sich um Hou Yi und Chang’e.  Manche sagen, die beiden seien Götter gewesen, die auf die Erde geschickt wurden, um diese von einer Plage zu befreien, andere wiederum, dass sie aus dem Himmel verbannt wurden oder ganz normale Bewohner der Erde gewesen seien.

Alle Legenden stimmen jedoch darin überein, dass eines Tages plötzlich zehn Sonnen am Himmel erschienen. Dadurch entstand eine solche Hitze auf der Erde, dass das ganze Land austrocknete. Hou Yi versuchte das Volk zu retten und schoss dazu neun Sonnen ab, der zehnten befahl er jeden Morgen auf- und am Abend unterzugehen. Die Temperaturen auf der Erde wurden folglich besser und das ganze Volk war Hou Yi sehr dankbar. Er bekam ein im ganzen Land bekannter Mann und wurde als Held gefeiert.

Das Leben eines Sterblichen ist jedoch natürlich begrenzt, weshalb sich Hou Yi eines Tages auf die Suche nach einem Unsterblichkeitselixier machte. Die Himmelsgöttin schenkte ihm schließlich ein solches, da er dem Volk so gute Dienste geleistet hatte. Eine Version der Legende besagt, dass dieses Elixier jedoch nur einer Person zur Unsterblichkeit verhelfen konnte und Hou Yi es aufhob, da er sich nicht von seiner Frau Chang’e trennen wollte. Eine andere Sage erzählt, dass die Beiden es zusammentrinken wollten und sich entschlossen, dies am 15. Tag des 8. Monats zu tun, wenn der Mond groß und hell scheinen würde, weshalb auch an diesem Tag das Mondfest gefeiert wird.

Bevor es jedoch dazu kam, kam laut der Legende ein Mann namens Feng Meng zu Chang’e und wollte sie zwingen, ihm das Elixier zu geben. Ohne zu zögern hat Chang’e daraufhin das Elixier selbst getrunken und wurde wie versprochen unsterblich. Doch nicht nur das, durch die Wirkung des Elixiers stieg sie zum Himmel hinauf und landete schließlich auf dem Mond, während Hou Yi alleine auf der Erde zurückblieb.

Am Mondfest beten daher heutzutage noch viele Menschen in China zu Chang’e und opfern ihr Teile der Ernte. Das Fest soll zudem daran erinnern, wie glücklich man sich schätzen kann, wenn man sein Leben mit den Menschen, die man liebt, teilen kann.